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Überraschung in den Vereinigten Staaten

Zur Überraschung vieler Beobachter in den USA und Europa zeigt die US-Wirtschaft ein wenn auch langsames, so doch anhaltendes Wachstum. Während noch im Sommer viele Wirtschaftsfachleute davon ausgingen, dass die USA sich auf dem Weg in eine weitere Rezession befanden, betrug das Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal des Jahres 2 % und stieg somit gegenüber dem zweiten Quartal, als es noch 1,3 % betragen hatte, deutlich an. Diese Verbesserung vollzog sich trotz der Krise, von der die Eurozone betroffen ist, und trotz der in Japan fühlbaren Rezession.

Diese Wachstumsrate in den USA ist fast ausschließlich dem privaten Sektor zu verdanken und gleicht die negativen Auswirkungen der Wirtschaft aufgrund der Sparkurse von Bundesstaaten und kommunalen Regierungen aus. Gleichzeitig bleibt das enorme Haushaltsdefizit der US-Regierung bestehen, was zusammen mit der expansiven Geldpolitik der Federal Reserve die US-Wirtschaft beträchtlich ankurbelt.

Infolge der verbesserten Wirtschaftslage sank die Arbeitslosenquote im November in so vielen US-Bundesstatten (nämlich 43) wie seit acht Jahren nicht mehr. In den letzten fünf Monaten wurden jeweils mindestens 100.000 neue Stellen geschaffen, so viele wie seit 2006, also vor der jüngsten Rezession, nicht mehr. Und die Anzahl der Amerikaner, die Arbeitslosengeld beantragten, erreichte Mitte Dezember einen so niedrigen Stand wie im Mai 2008, also den niedrigsten seit 3 1/2 Jahren. Die nachhaltige Verbesserung auf dem Beschäftigungsmarkt ist ein deutlicher Hinweis darauf, dass das Gesamtwachstum im 4. Quartal höher ausfallen wird als das Wachstum im 3. Quartal in Höhe von 2 %.

Der Markt für Gewerbeimmobilien in den USA behauptet sich ebenfalls erstaunlich gut. Der Immobilienmarkt profitiert nicht nur von einer besseren Wirtschaftslage, sondern auch von der zugrunde liegenden Robustheit des Gewerbemarkts selbst. Auf diesem Markt wurde im Gegensatz zum Wohnungsmarkt nicht zu viel gebaut, und es hat keine Flut von Zwangsversteigerungen gegeben, obwohl viele Beobachter dies befürchtet hatten. Daher gibt es in den meisten Immobiliensparten immer weniger leer stehende Flächen, und die Mietpreise steigen allmählich wieder.

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Büromarkt

Die Verbesserung auf dem Büromarkt zeigt sich immer deutlicher. Cushman & Wakefield berichtet, dass die insgesamt leer stehenden Flächen in 30 bedeutenden Bürozentren in den letzten 12 Monaten um 1,1 % abnahmen und Ende September 13,8 % betrugen. Die Nettoabsorption in diesen Märkten ist seit vier Quartalen in Folge positiv und war im dritten Quartal so hoch wie zuletzt im Jahr 2006. Das entspricht dem dritthöchsten Volumen, das seit 2000 in einem einzigen Quartal verzeichnet wurde. Washington DC, Midtown Manhattan, San Francisco, Chicago und Orange County waren die Gebiete mit den höchsten Absorptionsniveaus. Gleichzeitig sind bis jetzt insgesamt fast 23 % mehr Immobilien vermietet als während des gleichen Vorjahreszeitraums und haben eine Gesamtfläche von fast 5 Mio. Quadratmetern erreicht. Die hohe Nachfrage bei Büromieten wirkt sich allmählich auf die Mietpreise aus, wobei Immobilien der Klasse A um 1 % höher liegen als von einem Jahr, während Mieten für Gebäude der Klassen B und C sich nach wie vor nur zögernd erholen und immer noch knapp unter dem Niveau vor einem Jahr liegen. Demgegenüber sind die Mieten in manchen Städten wie San Francisco und New York bereits stark gestiegen – in bester Lage in New York City teilweise auf über 100 US-Dollar pro Quadratfuß. Die Stärke des Markts für Büromieten ist ein klarer Hinweis darauf, dass die Geschäftswelt optimistisch in die Zukunft blickt, und könnte bedeuten, dass das BIP im 4. Quartal für eine positive Überraschung sorgt.

Wie wir in unseren früheren Quartalsberichten angedeutet haben, scheinen die Preise auf dem Büromarkt in Städten wie New York, Boston und San Francisco in Erwartung der in ein oder zwei Jahren anziehenden Mietpreise anzusteigen. Immerhin gibt es nach wie vor gute Anlagemöglichkeiten an anderen Orten, darunter Houston, Chicago und Seattle bzw. in den Regionen Northern New Jersey und Orange County, Kalifornien.

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Forschung
Quartaler Marktkommentar

1. Quartal 2012